Die Menschen sagen:
Einige verarbeiten dies in der Musik,
andere in Büchern.
Viele aber nie,
und diese Sterben.
uT
The Isle
Als die Autorin das folgende Lied schrieb, war sie elf Jahre alt. Jahre zuvor hatte der Missrauch begonnen. Und sollte noch lange nicht vorüber sein.
„Stell dir vor dein Leben wird bedroht.
du hast keinen Ausweg keine Möglichkeit zur Flucht.
Stell dir vor du bist ein Kind.
Als Kind kannst du dich nicht wehren,
auch nicht weglaufen.
Um zu Überleben,
fliehst du aus deinem Körper,
du lernst, zu *dissoziieren.
Die Frage ist nur,
ob du je wieder
ganz zu dir zurück findest.“
*Dissoziieren bzw. einen externen Standpunkt einnehmen können
An diesen und ähnlichen Erfahrungen und Bemerkungen zeigt sich, dass der Patient immer mehr imstande ist, zu seinem eigenen Berater und Begleiter zu werden. Langsam festigt sich in ihm ein Anteil, mit dessen Hilfe er in der Lage ist, aus seiner Haut zu schlüpfen und sich in Ruhe und wohlwollend von außen zu betrachten. Teilweise spricht man in diesem Zusammenhang von “dissoziieren” bzw. “einen exzentrischen Standpunkt einnehmen zu können”. Dadurch gelingt es dem Patienten, die Welt und seine Erfahrungen differenzierter wahrzunehmen. Da jetzt nicht mehr “alles” schlimm und bedrohlich wirkt, kann er Zuversicht entwickeln und seine Stimmung verbessert sich. Zugleich gelingt es dem Patienten, zu verschütteten Anteilen seiner Person Kontakt aufzunehmen. Dies berührt ihn sehr und verhilft ihm zu konstruktiven Gefühlen, die in dem Erleben gipfeln, “mit sich Frieden schließen zu können”. Zugleich wird in diesen Formulierungen deutlich, dass der Patient noch in inneren “Konflikten” steht, die vermutlich wesentlich zu seinem Leiden beitragen.
*http://www.aufrecht.net/utu/abspaltung.html
